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 Ausgabe 25, April 2019 38 Umwelt
Elektrosmog
     Insektenarten weltweit nehmen zahlen- mässig massiv ab. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die in der Fachzeit- schrift «Biological Conservation» veröf- fentlicht wurde. Die Verfasser warnen vor
einem «katastrophalen Kollaps der natürlichen Ökosysteme». Die Süddeutsche Zeitung berich- tete 2017 von einem Insektenrückgang von 76% an 63 Orten im Bundesgebiet - allesamt Natur- schutzgebiete. Ein solch massiver Artenrück- gang ist gleichbedeutend mit noch nie gekann- tem Massenaussterben. Wahrscheinlich kennen selbst Paläontologen kaum solche Rückgänge in so kurzer Zeit. (1)
Das fällt auch immer mehr Normalbür- gern auf, die den Rückgang z.B. beim Wald- spaziergang oder nachts feststellen, wenn zu der Jahreszeit, als früher noch massenhaft Insekten durch das offene Fenster zum Licht flogen, es heute nur noch ein paar wenige sind. Vor allem die Bienen scheint es schwer erwischt zu haben: Das Thema Bienenster- ben taucht immer wieder mal bei uns in den Medien auf. Etwa, als uns Meldungen aus den USA erreichten, dass dortige Obstfar- mer weltweit nach Imkern suchten, damit die Obstblüten in den betroffenen Gebieten bestäubt werden konnten. Bienen bestäuben etwa 85% aller Blüten. Ohne Bienen würden daher nicht nur Blumen, sondern auch vie- le Obst- und Gemüsesorten verschwinden. Unsere Ernährungssituation würde sich dramatisch verschlechtern. Doch noch viel
mehr: Ihr Aussterben würde sich weiter auf Amphibien, Kriechtiere und Vögel auswirken. Wichtige Öko-Geflechte drohten dann zu- sammenzubrechen.
Ist es vielleicht die wachsende Anzahl von Quellen elektromagnetischer Strahlung, die zum Massensterben der Insekten führt? Ein Papier des Bundesamtes für Strahlen- schutz bestreitet dies: «Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise auf eine Gefährdung von Tieren und Pflanzen durch elektromag- netische Felder unterhalb der Grenzwerte.» (2)
Tragen Mikrowellen zum Bienensterben bei?
Der Forscher Dr. Ulrich Warnke würde da widersprechen. Er hält die flächendeckende Bestrahlung mit Mikrowellen für den aus- schlaggebenden Faktor beim Bienensterben. Mehrere seiner Studien zeigten, dass die Orientierung von Bienen, ebenso von Vögeln, durch bestimmte Frequenzen gestört wird. Das gleiche gilt auch für Schmetterlinge und Käfer. Der Biomagnetit (Fe3O4) in für die Or- tung bestimmten Körperteilen dieser Wesen räsoniert mit dem Erdmagnetfeld. Durch die starke elektromagnetische Strahlung verir- ren sie sich in einem Frequenzgemisch.
Warnke schreibt: «Wir haben in Laborver- suchen das Verhalten der Bienen in künstlich
Foto: stefanocarella/shutterstock.com
aufgebauten elektrischen Feldern untersucht und gefilmt. Schon bei 50-Hertz-Wechselfel- dern mit Feldstärken von 110 Volt pro Meter werden die Bienen in ihrer Behausung sehr unruhig. Bei weit höheren Feldstärken erhöht sich die Temperatur im jeweiligen Volk stark. Ihr Verteidigungsverhalten, das die Natur bei ihnen gegen Fremde entwickelt hat, beginnt sich gegen die eigenen Individuen zu richten. Sie erkennen sich nicht mehr und stechen sich gegenseitig ab, auch die Königin kann davon betroffen sein. Nach einigen Tagen reissen sie ihre Brut aus den Zellen. Neue Brut wird nicht mehr angelegt. Honig und Pollen werden verbraucht und dann nicht mehr eingetragen. Dann verkleben sie das Einflugloch mit Propolis (Anm.: Bienenharz), um den vermeintlichen ‚Feind‘ auszuschlie-
Alle unnatürlichen magnetischen und elektrischen Störfelder (=elektromagnetische Felder) können Orientierung, Navigation und Kommunikation der Insekten stören.
     Gemäss dem Zentrum für Biodiversitätsmonitoring (ZBM) hat in Mitteleuro-
pa seit 1990 die Zahl der Insekten und Vögel stark ab- genommen. Dies sei anhand einzelner Untersuchungen belegt, jedoch gäbe es bisher kein breit angelegtes Monitoringprogramm. Wäre eine Korrelation mit dem auch Anfang der 90er-Jahre eingeführten flächende- ckenden Mobilfunk zu weit hergeholt?
 Schwerwiegende Schäden in der Tier- und Pflanzenwelt bereits bei «schwacher» elektromagnetischer Strahlung (unterhalb der Grenzwerte)
Erdmagnetfeld-Orientierung von Bienen, Vögeln und anderen Tierarten durch überlagernde unnatürliche Frequenzen gestört
Zunahme von Bienensterben, Insektenrückgang etc. zeitgleich mit flächende- ckender Einführung des Mobilfunks Anfang der 90er-Jahre. Zufall?
        Mobilfunk: Bedrohung
 Auf einen Blick
 













































































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