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Gigaherz.ch 100. Rundbrief Seite 16
 fensichtlich glaubt die Ratsmehrheit immer noch, dass diese Verluste minim seien und nicht ins Ge- wicht fallen. Fakt ist jedoch, dass jährlich auf unse- rem Höchstspannungsnetz 3‘000 Gigawattstunden an Transportverlusten verloren gehen. Was der Jah- resproduktion eines mittleren Atomkraftwerks in der Grösse von Mühleberg entspricht. Diese Verlus- te könnten mittels Bodenkabeln mit Kupferleitern um rund 2‘000 Gigawattstunden reduziert werden. Und die Magnetfelder dieser Leitungen würden sich erst noch um das 10-fache reduzieren.
Die übrigen Anliegen von uns, wie die höhere Ge- wichtung des Landschaftsschutzes beizubehalten und die Einspracherechte der Bevölkerung nicht anzutasten, wurden gar nicht erst diskutiert. Die Vorlage geht nun zwecks Bereinigung zurück an den Ständerat.
Wer die ganze 6-stündige Debatte in Wort, Bild und Ton nachverfolgen möchte, bitte sehr, hier geht’s lang: www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/ amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=40157#s peaker66
 Neues von der Höchstspannungsleitung Chippis-Bickigen
Die Antwort auf die Einsprachen ist schon nach 18 Monaten eingetroffen. Welch eine tolle Leistung! Alle Einsprachen wurden abgewiesen. Die Beurteilung erfolgte nicht durch eine Behörde, sondern durch Swissgrid als Partei.
Berichterstatter: Hans-U. Jakob, Präsident von Gigaherz.ch, Schwarzenburg, 7. Juni 2017
Wegen den gewaltigen Verzögerungen bei Bau und tionskosten. und soll nun aus Gründen der Gewinn- Sanierung von oberirdischen Höchstspannungslei- maximierung der Strombarone gesetzlich verboten tungen, hervorgerufen durch den Widerstand der werden.
Anwohner mit ihren Einsprachen und Beschwer-
den, müsse man jetzt diesen die Einspracheberech- tigung wegnehmen. So wird es jedenfalls in den neuen Gesetzen und Verordnungen über den Um- und Ausbau der Stromnetze versucht, die zur Zeit bei den Eidg. Räten behandelt werden.1
Die einzige Möglichkeit gesundheitsschädigende Magnetfelder von Hochspannungsleitungen in der Nähe von Siedlungen zu eliminieren, ist deren Erd- verlegung. Die Technologie dazu ist seit 15 Jahren vorhanden, bedingt aber wesentlich höhere Investi-
1 www.gigaherz.ch/nationalrat-unter-strom/
Im Bild links das Magnetfeld einer ins Erdreich verlegten 2-strängigen 380 kV-Leitung mit einem Strom von 2‘000 Ampère pro Phase. Das Magnet- feld ist 10mal kleiner als bei einer Freileitung des selben Kalibers.
31. Mai 2017: Halleluja, die Antwort des Eidg. Starkstrominspektorates (EStI) ist schon nach 18 Monaten da!
Einspracheschluss war der 14. Dezember 2015 – Die Antwort ist bei den Einsprechenden am 30. Mai 2017 eingetroffen. Beurteilt wurden die Ein- sprachen nicht etwa vom EStI, sondern gleich von der Swissgrid selbst, welche in diesem Verfahren nicht etwa rechtsanwendende Behörde, sondern ganz eindeutig Partei ist. Hätte Swissgrid die Sache nicht gleich selbst an die Hand genommen, hätte es vielleicht nochmals 18 Monate länger gedauert. Ge- naues weiss man da nicht.
Gegen die Spannungserhöhung von 220 auf 380 Ki- lovolt, welche einen Umbau dieser 106 km langen Höchstspannungsleitung von Chippis VS über den Gemmipass bis Bickigen bei Burgdorf BE erfordert, sind 353 Einsprachen und eine Rechtsverwahrung eingereicht worden.
Um diese auf zusammengefassten 18 Seiten A4 zu beantworten haben das eidgenössische Stark-
  

















































































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